AG 60plus
In Spaichingen soll der öffentliche Personennahverkehr innerhalb des Stadtgebiets künftig durch eine neue Streckenführung verbessert werden. Die Stadt beteiligt sich dabei voraussichtlich mit rund 80.000 Euro an den Kosten. Die zunächst geplante Beteiligung ist bis zum Jahr 2029 vorgesehen.
Die nun vorgesehene Strecke wird im Gemeinderat allerdings nicht von allen Seiten als optimale Lösung betrachtet. Mehrere Gemeinderäte machten deutlich, dass die vorläufige Route aus ihrer Sicht noch Verbesserungspotenzial bietet. Gleichzeitig wird sie derzeit als die praktikabelste beziehungsweise beste verfügbare Lösung angesehen, um den innerstädtischen ÖPNV überhaupt voranzubringen.
Der Gemeinderat hat die vorläufige Beteiligung der Stadt bis 2029 mit der Stimme der SPD mehrheitlich beschlossen. Damit ist zunächst der Weg für die Umsetzung der neuen ÖPNV-Verbindung frei.
Für die SPD ist der Fahrpreise der entscheidende Punkt.
Neben der Streckenführung beschäftigt den Gemeinderat auch die Frage, wie attraktiv das Angebot für die Bevölkerung tatsächlich sein kann. Die bisherigen Fahrpreise gelten aus Sicht von Teilen des Gemeinderats und der Bevölkerung als wenig attraktiv. Gerade bei kurzen innerstädtischen Fahrten kann der Preis eine wichtige Rolle dabei spielen, ob Bürgerinnen und Bürger den Bus regelmäßig nutzen.
Deshalb wird im Gemeinderat auch über ein Ein-Euro-Ticket nachgedacht. Mit einem besonders günstigen Fahrpreis könnte der innerstädtische ÖPNV für mehr Menschen interessant werden. Ob und in welcher Form ein solches Angebot umgesetzt werden kann, ist derzeit noch Gegenstand der Überlegungen.
Die Diskussion zeigt damit: Mit der neuen Strecke soll zunächst ein zusätzlicher Schritt für einen besseren innerstädtischen Nahverkehr gemacht werden. Gleichzeitig bleiben Streckenführung und Tarifgestaltung Themen, bei denen in den kommenden Jahren noch nachgebessert werden könnte.
Für die Stadt stellt sich damit nicht nur die Frage, wie der ÖPNV finanziert werden kann, sondern auch, wie ein Angebot geschaffen wird, das von den Bürgerinnen und Bürgern tatsächlich angenommen wird.
Walter Thesz
SPD Gemeinderat